Wer ist der FC Ingolstadt 04? - Gastbeitrag vom Lautsprecher Blog

Folgender Artikel wurde von Maxi vom Lautsprecher Blog zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um einen Gastbeitrag, in dem uns Maxi den FC Ingolstadt vorstellt und am Ende auch noch eine Prognose für das Spiel gegen uns abgibt.


Zur Vereinsgeschichte

Es kam schon oft vor, dass in diversen Stadionmagazinen in Liga drei, mit dem Gründungsjahr 1904 vorgestellt wurden. 04, steht allerdings nicht für Gründung im Jahr 1904, sondern 2004. So unglaublich das klingen mag, den FC Ingolstadt gibt es erst seit 2004. Und jetzt spielt man sein drittes Jahr in Liga zwei.

Auch wenn Ingolstadt angeblich keine Fußballtradition besitzt. Können wir auf eine lange Fußballtradition in der Stadt zurückgreifen. Zu den besten Zeiten spielten zwei Ingolstädter Vereine in der zweiten Bundesliga. Der ESV Ingolstadt und der MTV Ingolstadt hatten sich jahrzehntelang in den Haaren. Die „Eisenbahner“ (ESV) und die „Lila-Weißen (MTV). 1919 wurde der ESV aus der Taufe gehoben, der MTV 1905. Als beide Vereine Ende der 80er beide in der zweiten Liga spielten, die damals noch zweigleisig waren, tummelten sich dort Vereine wie FSV Frankfurt, 1. FC Nürnberg, SpVgg Fürth, Karlsruher SC, Kickers Offenbach, 1. FC Saarbrücken, Stuttgarter Kickers oder SV Darmstadt 98. In der Saison 1979/1980 kam es in Ingolstadt zu einem Stadtderby in Liga zwei. Ein Spiel endete 2:2, das andere Spiel gewann der MTV mit 2:1. 1980/1981 stieg der MTV Ingolstadt in die Bayernliga (3. Liga) ab. Ein Jahr später ging auch der ESV Ingolstadt runter. In den Folge-Jahren dümpelten beide Vereine jenseits von Gut und Böse herum.

Ein Neustart wurde 2004 gewagt. Die Fußballabteilungen des ESV und des MTV wurden am 01. Juli 2004 fusioniert: Der FC Ingolstadt 04 entstand. Gestartet wurde in der Bayernliga. Denn der Verein übernahm das Spielreicht der höher spielenden Mannschaft. Danach begann eine Erfolgsgeschichte. Nach dem zweiten Bayernliga-Jahr stieg der FC Ingolstadt in die Regionalliga auf. Damals schauten den Schanzern rund 500 Menschen zu. Die Spielstätte war damals das MTV-Stadion. Nachdem man im ersten Regionalliga-Jahr den fünften Platz erreichte, hieß das ausgegebene Ziel: Qualifikation für die neue einklassige 3. Liga. Nachdem Erfolgstrainer Jürgen Press entlassen wurde, übernahm Thorsten Fink das Ruder. Press war bei den Zuschauern nicht sonderlich beliebt und genoss nicht mehr das Vertrauen des Aufsichtsrates. Thorsten Fink führte den FC in die zweite Liga. Am letzten Spieltag wurde der Aufstieg mit einem Sieg gegen Unterhaching klar gemacht. Der bis dato größte Erfolg der Vereinsgeschichte.

Aufgrund der Auflagen der DFL war ein Umzug in das ESV-Stadion nötig. Das Stadion wurde saniert und übergangsweise zweitligatauglich gemacht. Denn der FC Ingolstadt erhielt für das nun „Tuja-Stadion“ nur eine Übergangslizenz für zwei Jahre. Die Premieren-Saison in der zweiten Liga, begann gut. Ein Sieg zum Auftakt gegen Greuther Fürth mit 3:2, bedeutete gleich mal die Tabellenführung. Doch die hatte man nicht lange inne. Nach einer guten Hinrunde lagen wir auf Platz zwölf, hatten sieben Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Es war also nur noch eine Frage der Zeit, bis man den Klassenerhalt schaffen würde. Doch die Rückrunde sollte ein Desaster werden. Insgesamt 16 Spiele in Folge gewannen die Schanzer nicht, erst am letzten Spieltag gegen Koblenz gab es ein 4:0, da war allerdings schon alles gelaufen. Der FC St. Pauli knipste das Licht in Liga zwei für uns aus, mit einem 1:0-Sieg in der 90. Minute. Am Ende stiegen wir mit acht Punkten Rückstand (!!!) auf einen Nichtabstiegsplatz in die dritte Liga ab.

Nun musste ein Neuanfang in Liga drei her. Hier begann der Start zäh. Spielerisch war Ingolstadt die Mannschaft der Saison. Doch immer wieder Rückschläge verhinderten einen Durchmarsch. Siege wie 5:1 gegen Aue und Wehen-Wiesbaden, zeugten von einer offensiven Überlegenheit. Nicht umsonst erzielte man in 38 Spielen, 72 Tore. Allerdings kassierte man auch 46. Das war der schlechteste Wert im Führungs-Trio. Am Ende mussten wir in die Relegation. Hier trafen wir auf die am Boden liegenden Rostocker. Das letzte Spiel im Tuja-Stadion vor dem Umzug in den neuen Sportpark, brachte einen 1:0-Sieg. In Rostock wurde der Wiederaufstieg mit einem 2:0-Sieg klar gemacht. Nun startete eine neue Ära in Ingolstadt. Wiederaufstieg und ein neues Stadion. Der Traum wurde endlich war. Der Audi Sportpark (Fassungsvermögen 15.000) wurde eröffnet. Die Saison begann alles andere als gut. In der Winterpause fanden wir uns auf Platz 17 mit zwölf Punkten wieder. Der Rückstand auf das rettende Ufer betrug bereits sechs Punkte. In der Zwischenzeit wurde Benno Möhlmann für Michael Wiesinger als Trainer verpflichtet. Was folgte? Eine beispiellose Aufholjagd. Zwölf Spiele ungeschlagen und am Ende Platz 14.

Zuschauer / Fans

Auch wenn durch den ESV und MTV eine lange Tradition in der Stadt vorhanden ist, muss sich die Fankultur erst noch weiter entwickeln beim FC04. ESV und MTV dümpelten in tieferklassigen Ligen vor sich hin. Nun ist der FC Ingolstadt in der zweiten Liga. Und muss sich hier etablieren, um langfristig mehr Fans zu binden. In der Rückrunde konnte man einen Zuschaueraufschwung erkennen. In den letzten vier Ligaspielen kamen über 10.000 Zuschauer ins Stadion. Einmal war das Spiel beim Derby gegen die Löwen sogar ausverkauft. Sollte sich der FC auf Dauer im Profi-Fußball etablieren können, werden auch Fans dauerhaft gebunden. Das Ziel der Fanbeauftragten in dieser Saison ist, dass mehr Fans auch mit auswärts fahren. Denn hier die Zahl an Auswärtsfahrern ist dürftig.

Öffentliche Sicht

In der Öffentlichkeit wird der FC Ingolstadt dagegen als Werksklub betrachtet. Die Nachfolger von VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen. Auch Hoffenheim scheint ja ein kleiner Werksklub zu sein. Wobei man hier eher von einer One-Man-Show eines Software-Milliardärs sprechen kann. Unser Werk heißt Audi einer der größten Autobauer der Republik, zugehörig zum großen Volkswagen-Konzern. Doch so viel Geld hat der Autobauer mit Markenzeichen vier Ringe nicht in den Verein reingeschustert. In der Regionalliga trugen die Schanzer zum ersten Mal auf ihren Trikots das Logo von Audi. Damals hielt sich das finanzielle Engagement noch stark zurück. Einzig der Bus und die Trikotwerbung, das war´s. Erst nachdem Wiederaufstieg, weitete sich das Engagement auch finanziell aus. Audi kaufte für mehrere Jahre das Namensrecht am Sportpark. Die Stadt übernahm die Erschließung der Parkplätze und sorgte für die Infrastruktur. Die 24 Millionen Baukosten stemmt der Verein alleine. Eine hohe Finanzspritze von Audi gab es hier nicht. Auch bei Spielerverpflichtungen hält Audi bisher die Geldscheine aus dem Geschäft raus. Deswegen kann von einem Werksklub keine Rede sein. Mittel wie dem VfL Wolfsburg stehen, Ingolstadt nicht zur Verfügung. Und das Stadion hat nicht Audi gebaut, wie viele meinen. Einige sehen Ingolstadt schon in der Bundesliga. Doch so schnell wird das nicht passieren. Erstmal soll Konstanz in der zweiten Liga her, bevor von der Bundesliga geträumt werden darf.

Aktuelle Saison

Die Zielsetzung war für dieses Jahr ein einstelliger Tabellenplatz. Doch der Saisonstart verlief mehr als zäh. Hilflose Auftritte gegen Düsseldorf und Fürth sorgten dafür, dass der Fehlstart nun endlich perfekt ist. Ein Befreiungsschlag war der 3:1-Sieg gegen Hansa Rostock. Hier zeigte das Team eine Leistungssteigerung. Die Leistung ist steigerungsfähig und die Fans hoffen darauf, dass sich diese Entwicklung fortsetzt.

Wie geht´s gegen Union aus?

In der letzten Saison spielte man gegen Union Berlin 1:1. Meine persönliche Prognose lautet, ein knapper 2:1-Sieg gegen Union. Denn eine Niederlage wäre abermals ein Rückschlag. Die Bilanz gegen Union ist durchaus positiv. Ein Heimsieg (1:0) sowie ein Remis. Mal sehen, ob diese Serie fortgesetzt wird.

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