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Das Geständnis....

Ja, ich bin schuldig! Ich muss hier jetzt unbedingt ein Geständnis ablegen, auch wenn mich dieses wohl bei den Fans des 1.FC Union Berlins unbeliebt macht. Wahrscheinlich werde ich mir dann auch alle Heimspiele vom 1.FC Wundervoll bei 90elf anhören müssen, denn ins Stadion werde ich dann wohl nicht mehr kommen. Aber es muss raus, bevor mich dieser schwarze Fleck irgendwann einmal verfolgt und ich aus allen Ämtern entfernt werde.

Ich war damals in der ersten oder zweiten Klasse, so genau weiß ich das nicht mehr, denn ich habe mir nicht viel dabei gedacht. Dazu sollte ich vielleicht sagen, dass ich meine ersten beiden Schuljahre in der DDR verbracht habe, da die Geschichte sonst keinen großen Sinn macht.
Ich war also gerade am Beginn meiner Schulkarriere in der DDR und es war ein schöner, sonniger Tag. An diesem Tag gab es nicht nur Unterricht in der Schule, nein es stand noch ein großes Ereignis vor der Tür, ein Ereignis, auf das sich alle in meiner Jahrgangsstufe gefreut haben.

Ja, es ging um das blaue Halstuch und somit die Aufnahme in die Reihen der Jungpioniere. Das Ganze wurde wirklich feierlich aufgezogen. Mit Fahnenappell und den ganzen Schnick.-Schnack, den es damals gab. Und ich war stolz darauf, nicht wissend, in welchem System ich da eigentliche aufwachse. Weiter ging es in dieser Laufbahn nicht, denn dann war die DDR am Ende und die Pioniere gab es nicht mehr. Aber eines kann ich sagen, ich währe wahrscheinlich auch stolz darauf gewesen ein Ernst-Thälmann-Pionier zu sein. Und wenn ich 18. gewesen wäre, und die DDR noch existiert hätte, dann wäre ich wahrscheinlich auch den einfachsten Weg gegangen, den ich hätte gehen können. Dazu gehört auch, dass ich mich an die Gesetze der DDR gehalten hätte und auch, dass ich meine Pflichten wahrgenommen hätte, so wie ich es auch in der BRD gemacht habe.

Ich bin also schuldig und das erzähle ich euch, weil ich ein schlechtes Gewissen habe. Denn in der BRD gab es damals jemanden, der hat seine Karriere geopfert, um in den aktiven Widerstand gegen die DDR zu treten. Und genau das war auch das, was er von den Menschen in der damaligen DDR gefordert hat. Sein Name ist Wolf und er ist damals Journalist geworden. Für ihn ist die Erfüllung von Pflichten, welche es in der DDR gab, schon schlecht. Wenn man sich diese Pflicht dann noch etwas erleichtert, weil man weder in der NVA noch bei den Grenztruppen dienen wollte, ist das gleich Systemtreue. Eigentlich müssten alle Männer, die ihren Dienst beim Wachregiment abgeleistet haben, im Gefängnis sitzen, denn dieses Wachregiment war dem MfS unterstellt....

Ach verdammt, wie konnte ich mir damals nur mein Leben so verbauen? Ich hoffe, dass niemand anderes so gehandelt hat wie ich, denn das ist einfach nur verwerflich. Wenn doch, dann solltet ihr schnellstmöglich ein Geständnis ablegen, sonst kommt der Wolf euch noch auf die Schliche.

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