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Wer ist Fürth? - Gastbeitrag vom Kleeblattblog

Folgender Artikel wurde von Andreas vom Kleeblattblog zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um einen Gastbeitrag, in dem uns Andreas die Geschichte der SpVgg (Greuther) Fürth etwas näher bringt. Ich habe Andreas um diesen Gastbeitrag gebeten und bedanke mich dafür, dass er die Arbeit auf sich genommen hat.

Als ich im Vorfeld des morgigen Spiels nach einem Gastbeitrag gefragt worden bin, machte ich mir so meine Gedanken über was ich schreiben soll. Über den bisherigen Saisonverlauf zu schreiben macht nach erst einem Spieltag wohl keinen Sinn, daher habe ich mich für einen kleinen Ausflug in die Geschichte der SpVgg entschlossen, um das teilweise verschobene Bild der SpVgg in der Öffentlichkeit ein wenig zurechtzurücken.

Der Fußball in Fürth hat eine mittlerweile 108-jährige Tradition. Schnell entwickelte sich die SpVgg nach ihrer Gründung im Jahr 1903 zu einem frühen Topverein in Deutschland. Man konnte die größte Mitgliederzahl sowie das größte Sportgelände vorweisen und bildete zusammen mit dem Nachbarverein aus Nürnberg den deutschen Fußballnabel der damaligen Zeit. Phasenweise bestand selbst die Nationalmannschaft ausschließlich aus Spielern der beiden fränkischen Vereine.

Mit der Zeit kamen nun auch die ersten Titel. 1914 wurde man das erste Mal Deutscher Meister. Titel zwei und drei folgten in den Jahren 1926 und 1929. Übrigens nach Endspielen gegen Hertha BSC.

Leider begann mit dem letzten Titelgewinn damals auch bereits der langsame Niedergang. Zwar war man weiterhin erstklassig – in den Endrunden um die deutsche Meisterschaft war man aber nur noch gelegentlich vertreten.

Nach dem 2. Weltkrieg dann brachte man sich mit bekannten Spielern wie Karl Mai oder Herbert Erhard, beide waren bei der WM 1954 in der Schweiz dabei, noch einmal in die Schlagzeilen. Trotz einiger guter Spieler gelang jedoch später nicht die erhoffte Qualifikation für die 1963 neu geschaffene Bundesliga. Zum ersten Mal seit ihrer Gründung war die SpVgg damit nicht mehr erstklassig und wurde es seither auch nicht mehr.

Mit abnehmenden Zuschauerzahlen begann nun auch das Loch, in der Vereinskasse, immer größer zu werden. Um dem entgegenzuwirken, wurden mit der Zeit immer wieder Teile des Vereinsgeländes verkauft, ehe Anfang der 80er auch noch der bescheidene Rest an einen lokalen Unternehmer abgetreten wurde und man seither nur noch Pächter in der einst vereinseigenen Sportstätte ist.

Trotz Verkauf des Stadions reichte das Geld nun nur noch gerade so. Als man dann Mitte der 80er in der Landesliga angekommen war, schien das Licht langsam auszugehen. Aber man hielt durch, schaffte am Ende sogar die Qualifikation für die neu geschaffene Regionalliga und seither ging es, zumindest sportlich, wieder bergauf.

Finanziell jedoch blieb es düster. Da damals auch das Stadion im wahrsten Sinne des Wortes auseinanderzufallen drohte und kein Geld für die dringend notwendige Sanierung da war, mussten sich die Verantwortlichen nach einer langfristigen Lösung umsehen.

Letztendlich wurde eine Lösung gefunden. 1995 kam es zu einem Treffen zwischen den Vereinspräsidenten des TSV Vestenbergsgreuth, Helmut Hack, und der SpVgg Fürth, Edgar Burkart. Der TSV Vestenbergsgreuth strebte nach seinem Sieg im DFB-Pokal gegen den FC Bayern München nach mehr, kam aber vom Stellenwert eines Dorfvereins trotz solider Finanzen nicht weg. In Fürth hingegen war man nahezu pleite, hatte aber die Tradition und ein geeignetes Stadion. So kam man zum Entschluss, eine Zusammenarbeit einzugehen. Die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth trat daher beim TSV aus und der SpVgg bei. Und nein, es war damals keine Fusion beider Vereine, lediglich ein kollektiver Wechsel der TSV-Fußballer zur SpVgg!

Seit der Spielzeit 1996/97 tritt man also nun als „SpVgg Greuther Fürth“ mit neuem Vereinslogo an. Sportlich gesehen war dies ein voller Erfolg. Nur ein Jahr später feierte man unter Trainer Armin Veh die Rückkehr in den bezahlten Fußball und man konnte das Stadion nun endlich ausbauen.

Seither ging es steil bergauf. Man gilt mittlerweile als Zweitligadino, der trotz nach wie vor beschränkten, aber mittlerweile soliden Finanzen regelmäßig am Tor zum Oberhaus rüttelt. Der letzte Schritt blieb aber bisher aus.

Trotz nachweislicher Erfolge fand das damalige Vorgehen aber nicht nur Freunde. Vor allem der Namenszusatz „Greuther“ und die Änderung des altehrwürdigen Vereinswappens der „alten“ SpVgg Fürth sind bis heute Streitpunkt unter den Fans. Soweit mir bekannt ist, lag es jedoch an damaligen DFB-Statuten, dass man im Zuge dieses Vorgehens damals auch den Beinamen „Greuther“ einführen musste.

Aber wie auch immer, letztendlich hatte man damals nicht all zu viele Optionen und die, die man gezogen hat, muss man wohl als erfolgreich ansehen. Und vielleicht kommt irgendwann der Tag, an welchem man sich seitens der Verantwortlichen wieder auf die Tradition besinnt und unter dem klangvollen Namen SpVgg Fürth antritt.

Unter den Fans jedenfalls wird das „Greuther“ bereits seit langem ignoriert. Bei Choreographien und Fanutensilien wird konsequent der alte Vereinsname sowie das alte Vereinswappen verwendet.

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