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Es gibt eine Zeit ohne Tusche

Mir wird ja oft vorgeworfen, dass ich zu kritisch sei, wenn es um den 1.FC Union Berlin geht. Sicher, ich rege mich auch über manches Spiel auf, dass wir gewonnen haben, aber das mache ich eher deswegen, weil ich nicht möchte, dass alles schön geredet wird, was nicht schön ist. Die Trainerdiskussion, die gerade mal nach vier Spieltagen in der Zweiten Bundesliga im Entstehen ist, gefällt mir allerdings überhaupt nicht.

Drei Punkte aus vier Spielen


Ja, es ist wahr, wir haben aus vier Spielen erst drei Punkte geholt. Aber schauen wir uns doch bitte die Saison 2012/2013 an, da hatten wir nach vier Spieltagen erst einen Punkt und haben die Klasse dennoch gehalten. Damals war Uwe Neuhaus noch Trainer und er war es auch noch eine Saison später.
Wir Unioner sind solche Starts doch inzwischen gewöhnt, oder etwa nicht? Wann lief es denn in den ersten fünf Spielen wirklich mal rund in unserem Team? Auch Testspiele haben nie wirklich etwas darüber ausgesagt, wie unsere Saison beginnen wird. Warum sollte das jetzt anders sein?

Sicher wäre es schön gewesen, wenn wir mit ein paar Siegen gestartet wären, aber wir sollten nicht vergessen, dass das Team nicht nur einen neuen Trainer hat, sondern auch ein neues Spielsystem eintrainiert wird. Es kann dann schon mal ein paar Spieltage dauern, bis das Spielsystem richtig sitzt und das Team erfolgreichen Fußball spielt. Ich glaube, diese Geduld sollten wir schon mitbringen. Wir sollten nach vier Spieltagen nicht sagen, dass das neue Spielsystem gescheitert ist, wie es einige Kommentatoren schon tun, und wir sollten auch nach vier Spieltagen nicht in Panik verfallen – sind wir doch in den letzten Spielzeiten auch nicht, oder habe ich das nur verpasst?

Sorgen sollten wir uns machen, wenn wir nach zehn Spieltagen noch keinen Sieg eingefahren haben, dann darf auch über den Trainer diskutiert werden, aber zur jetzigen Zeit bringt das nur Unruhe ins Team, und die ist in dieser Situation nun wirklich nicht dienlich.

Tusche wird auch nicht jünger


Und auch die Entscheidung Torsten Mattuschka rauszunehmen, ist nicht unbedingt falsch. Sicherlich hat er für unsere Eisernen viel geleistet und mit Sicherheit ist er auch immer noch ein Top-Spieler, aber er ist 33, und wenn der Trainer nicht langsam anfängt, einen Nachfolger aufzubauen, dann würde es, sobald Mattuschka seine Karriere beendet, ziemlich mau aussehen bei unseren Eisernen.

Betrachtet man die letzten Jahre, so waren die Eisernen meist dann erfolgreich, wenn Mattuschka gespielt hat. War er aber verletzt, ist das Team regelmäßig durch schlechte Leistungen aufgefallen. Diese Abhängigkeit muss Düwel durchbrechen und da muss es auch erlaubt sein, dass Torsten Mattuschka einmal auf der Bank sitzt. Auch hier könnte er dem Team helfen, auch hier könnte er eine wichtige Rolle spielen.

Dass Tusche mit dieser Situation unzufrieden ist, kann ich verstehen. Er ist ein Spieler, der unbedingt auf dem Platz stehen will. Auch schon deswegen, weil er schon 33 Jahre alt ist und seine Karriere nicht mehr all zu lang andauern wird. Dennoch hätte ich von Tusche erwartet, dass er diese Situation akzeptiert, dass er jetzt anderen Spielern erst einmal den Vortritt gibt und er sich immer wieder als Alternative anbietet. Ich muss ehrlich sein, ich bin von Tusche enttäuscht, wenn er wirklich zu einem anderen Verein wechselt. Auch er sollte jetzt stärke beweisen und zeigen, dass er um einen Platz im Team kämpfen will. Mit einem Wechsel setzt er dieses Signal nicht.

Ich möchte jetzt hier nicht schreiben, wie ich einen Wechsel von Tusche im einzelnen bewerte, aber ich finde es nicht richtig und ich finde auch die Diskussion um den Trainer nicht richtig.

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