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Warum ich keine Probleme mit RB Leipzig habe!

Irgendwie gibt es in dieser Saison nur ein Thema: RB Leipzig! Der Grund dafür ist, dass der Eigentümer des Vereins Red Bull ist und der Brausehersteller natürlich eine Menge Geld in den Verein steckt. Es geht also um Kommerz und um die fehlende Tradition. Viele Fans gegnerischer Vereine gehen dagegen auf die Barrikaden, was natürlich auch ein wenig verständlich ist, denn die meisten Vereine kämpfen um das Überleben, während Leipzig sich um das Finanzielle keine Sorgen machen muss. Und doch gehöre ich nicht zu diesen Fans, denn die Kritik ist vorgeschoben, Leipzig ist nur ein Symptom, die Krankheit steckt im gesamten Profifußball.

Fußball ist inzwischen zu einem Milliardengeschäft geworden und da ist es nicht verwunderlich, dass ein Herr Mateschitz versucht, sich seinen Teil von diesem Kuchen abzuschneiden. Sicherlich investiert er derzeit Millionen in den Verein, aber wenn dieser Verein irgendwann in der Bundesliga und in der CL spielt, denn werden sich diese Investitionen rentieren. So funktioniert der Kapitalismus, und warum sollte das im Fußball verwerflicher sein, als in den anderen Lebensbereichen? Ganz simpel gesagt, das Kapital sucht sich immer neue Möglichkeiten, um sich zu vermehren und wenn das im Sport möglich ist, dann nutzt das Kapital auch diesen Weg.

Die Kritik muss also schon weit früher ansetzen. Die Fans sollten sich Fragen, ob es wirklich sinnvoll ist, wenn für einzelne Spieler mehrere Millionen Euro Transfergelder gezahlt werden? Die Fans sollten sich Fragen, ob mehrere Millionen Euro Gehalt für einen Spieler wirklich gerecht sind und ob die Milliarden, die im Fußball umgesetzt werden, wirklich noch normal sind? Wäre dies nämlich nicht der Fall, dann würde es sich für Herrn Mateschitz nicht lohnen, sich mit seinen Millionen in das Fußballgeschäft einzukaufen.

Wer etwas gegen den Kommerz hat, der sollte sich dafür einsetzen, dass der Kommerz im Profifußball begrenzt wird. Wie wäre es, wenn die Etats der Vereine auf eine bestimmte Summe begrenzt werden? Wie wäre es, wenn die Gehälter der Spiele eine Obergrenze bekommen und auch die Transfersummen begrenzt werden? Denn nur dann wäre es möglich, dass auch kleine Vereine im Profifußball Fuß fassen können, ohne sich verschulden zu müssen. Nur dann wäre es möglich, dass wirklich wieder die Tradition im Vordergrund steht und nicht das Geld. Solange dies aber nicht der Fall ist, solange werde ich nicht einen einzelnen Verein kritisieren, denn die Traditionsvereine in Leipzig können sich den Profifußball einfach nicht leisten. Warum sollte aber eine Stadt wie Leipzig auf Profifußball verzichten müssen, wenn es da einen Österreicher gibt, der dort einen Verein finanziert? 

Am Ende ist Leipzig ein Team, welches geschlagen werden muss. Egal ob es ein Traditionsverein ist oder nicht. Und am Ende sollte auch niemand vergessen, dass der Verein in Leipzig auch ein Arbeitgeber ist und auch indirekt dort die Wirtschaft ankurbelt.

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