Eine Spielzeit voller Missverständnisse

Lange habe ich jetzt nichts geschrieben. Ich wollte nicht, weil die Saison selbst schon total bescheiden ist und jeder Artikel, den ich dazu schreiben könnte, nur noch bescheidener werden kann. Dabei sah es gar nicht so schlecht aus. Nach 15 Spieltagen waren wir auf Platz 4 in der Tabelle. Es fehlten uns gerade einmal vier Punkte auf Platz 2 und fünf Punkte auf Platz 1. Die Welt war in Ordnung, wir konnten das Saisonziel - es war der Aufstieg in die 1. Bundesliga - locker erreichen. Sicherlich gab es in diesen ersten 15 Saisonspielen Phasen, die nicht so optimal liefen, aber das Team strahlte Selbstbewusstsein aus und alles was noch nicht so optimal lief, hätte in der Winterpause korrigiert werden können.

Dann kam der 16. Spieltag. Eine knappe Niederlage gegen Bochum, eigentlich kein Beinbruch, auch die Tabellensituation änderte sich nicht gravierend, aber es war der Anfang vom Ende der Saison. In den Tagen darauf wurde Jens Keller entlassen. Total überraschend für mich, denn aus sportlicher Sicht gab es hierzu keine Gründe. Nochmal zur Erinnerung: Unsere Mannschaft stand auf Platz 4 in der Liga, hatte nur fünf Punkte Rückstand auf Tabellenplatz 2 und war somit vollkommen im Plan.

Mit Keller ging das Selbstvertrauen und die Sicherheit 

Alles was nach Keller kam, kann eigentlich komplett verschwiegen werden. Verwunderlich ist es nicht, denn durch die Entscheidung, einen relativ erfolgreichen Trainer zu entlassen, wurde das Selbstvertrauen der Spieler natürlich gleich mit entlassen. Mit der Entlassung kamen - da bin ich mir ziemlich sicher - die Selbstzweifel ins Team. Dafür kann auch Herr Hofschneider nichts, der das Traineramt von Keller übernahm. Dafür ist die Vereinsführung verantwortlich. 15 Punkte konnte das Team aus 16 Spielen unter Trainer Hofschneider holen, nicht einmal 1 Punkt pro Spiel. 26 Punkte holte Keller in den 16 Spielen davor, elf Punkte mehr als Hofschneider, 11 Punkte mit denen, wenn wir sie denn geholt hätten, der 1. FC Union Berlin auch am 32. Spieltag noch im Aufstiegsrennen dabei gewesen wäre.

Natürlich wissen wir nicht, was wirklich zwischen Vereinsführung und Keller vorgefallen ist. Offiziell sind es aber rein sportliche Gründe, die zur Trennung geführt haben sollen. Ist das wirklich so, dann hat die Vereinsführung eine ganze Saison weggeworfen. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass die Mannschaft unter Keller sehr viel mehr Spiele gewonnen hätte. Ich bin mir sicher, dass Keller die Baustellen, die es im Team gab, in der Winterpause hätte abbauen können, es sportlich also keinen Grund für eine Trennung gab. Hofschneider konnte auf jeden Fall keine neuen Impulse ins Team bringen!

Hofschneider 

Hofschneider tut mir im übrigen auch sehr leid. Er hätte noch ein paar Stationen als Cheftrainer im Amateurbereich und in der 3. Liga absolvieren müssen, um als Trainer genügend Erfahrung zu sammeln. Dann hätte er irgendwann auch den Cheftrainerposten beim 1.FC Union Berlin übernehmen können. So wurde er jetzt verheizt, denn ich kann mir kaum vorstellen, dass das Team mit Hofschneider als Cheftrainer in die neue Saison gehen kann. Dieser Makel wird ihm anhängen und es bleibt nur zu hoffen, dass das noch nicht das Ende seiner Trainerkarriere im Profifußball ist.

In dieser Saison gibt es eigentlich nur Verlierer. Jens Keller, der mit diesem Team hätte viel erreichen können. Die Vereinsführung, die eine ganze Saison zerstört hat und natürlich auch Hofschneider.

Für die letzten beiden Spiele ist jetzt nur noch Daumendrücken angesagt, damit diese Saison nicht noch mit dem Abstieg in die 3. Bundesliga endet.

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